Funkenschlag: Fabrikmanager - spielen.de

Funkenschlag: Fabrikmanager
(Foto: Ludoversum)
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Funkenschlag: Fabrikmanager

Funkenschlag: Fabrikmanager ist ein eigenständiges Spiel aus der Funkenschlag-Familie. Die Spieler leiten eine Fabrik, verwalten ihre Arbeiter und investieren in neue Maschinen.
2 - 5 Spieler, besonders gut mit 4 Spielern
ab 12 Jahren
60 - 60 Minuten
100%
Funkenschlag: Fabrikmanager Durchschnitt: 0 von 5 (1 Bewertung)
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findest Du in unseren FAQ.
Spieltyp
Genre:
Brettspiel, Bietspiel, Jeder gegen jeden
Thema:
Gegenwart, Wirtschaft, Industrie und Güterproduktion
Spielfamilie:
Funkenschlag
Spielgefühl
Einstieg:schneller Start
ewige Erläuterungen
Komplexität:super simpel
kolossal knifflig
Interaktion:jeder für sich
alle zusammen
Zufall:glattes Glück
pure Planung
Sonstige Informationen
Verlag:
2F-Spiele

Autor:
Friese, Friedemann

Illustrator:
Kalusky, Lars-Arne "Maura"

Jahr:
2009
Sprache:
Anleitung und Spielmaterial in Deutsch
Kurzanleitung
Diese Kurzanleitung zu 'Funkenschlag: Fabrikmanager' stammt von unserem Partner Ludoversum. Wir konzentrieren uns im Text auf wichtige Mechanismen des Spiels und ignorieren absichtlich Details und Sonderregeln.

Herzlich willkommen in der Welt der Unternehmer! Doch statt Arbeitsplätze abzubauen, Weihnachtsgelder zu kürzen und Insolvenz anzumelden wird bei Funkenschlag: Fabrikmanager in neue Maschinen investiert um die Produktionskapazitäten zu erhöhen. Neben dem Arbeitermanagement gehören auch logistische Knackpunkte und Optimierungstätigkeiten zu Ihren Aufgaben. Zu guter Letzt sollten Sie auch immer die Produktionskosten im Auge behalten, die durch den kontinuierlich steigenden Strompreis unaufhaltsam zu wachsen drohen.

In jeder Runde wird bei Funkenschlag: Fabrikmanager zunächst die Spielerreihenfolge ermittelt. Mit den noch verfügbaren (=in der vorherigen Runde nicht benötigten) Arbeitern ersteigern die Spieler eines der angebotenen Reihenfolgeplättchen, die jede Runde neu ausgelost werden. Die Anzahl der übrig gebliebenen Arbeitermännchen entspricht der Zahl neuer Maschinenplättchen, die vom Nachschubtableau in den Marktbereich rücken um dort von den Spielern gekauft zu werden. Jeder Spieler besitzt nämlich ein eigenes Fabrikgebäude, das Platz für bis zu zwölf Maschinen, Roboter und Lagerblöcke bietet, sowie jeweils einen Raum für eine Steuerungs- bzw. Optimierungseinrichtung.

Gekauft wird einmalig in Spielerreihenfolge, d.h. der Manager mit der niedrigsten Nummer darf zuerst ran und je Arbeiterfigur ein neues Plättchen zum angegebenen Preis erwerben. Höhere Nummern liefern dabei einen Rabatt auf jeden Kauf, allerdings reduziert sich das Marktangebot mit jedem zuschlagenden Spieler deutlich. Die erworbenen Plättchen erfüllen unterschiedlichste Zwecke, die Hauptarbeit leisten Maschinen zur Produktion und Paletten zur Logistik. Produktions- und Personalroboter reduzieren Personalaufwände und erhöhen den Output, dürfen die Anzahl der eigentlichen Maschinen aber nicht überschreiten. Da mit zunehmender Ausstattung in der Fabrikhalle nicht nur der Personalbedarf erheblich wächst, sondern auch der Stromverbrauch, können spezielle Gerätschaften zur Steuerung und Optimierung an den eigens dafür vorgesehene Stellen untergebracht werden.

Ist auch der letzte Platz gefüllt, hilft immer noch der Austausch eines Altgerätes gegen ein neues. Zwar gibt es dafür weder eine Abwrackprämie noch staatliche Unterstützung, doch lässt sich auf diese Weise die Effizienz des Konzerns schnell steigern. Für solch eine Verschrottungsaktion muss natürlich ebenfalls ein Arbeiter abgestellt werden.

Nachdem alle Investitionen getätigt wurden, wird Geld verdient. Die Formel dafür ist einfach: Einnahmen minus Ausgaben gleich Gewinn. Für die Einnahmen wird die maximal mögliche Produktion angenommen, Absatzprobleme gibt es beim Fabrikmanager nämlich nicht. Allerdings entspricht die maximale Produktion nicht automatisch der Leistungskraft aller Maschinen, denn die Güter wollen schließlich auch gelagert werden. In Konsequenz bedeutet dies, dass einfach der niedrigere Wert aus Produktionsleistung und Lagerkapazität zur Outputermittlung herangezogen wird.

Die laufenden Kosten sind schlichtweg Strom. Der eigene Energieverbrauch (aller Maschinen) wird mit dem aktuellen Strompreis multipliziert und liefert somit die Energiekosten. Das fiese daran: Die Stromerzeuger denken überhaupt nicht daran ihre Preise von irgendeiner Behörde regulieren oder gar vom Markt bestimmen zu lassen –sie erhöhen sie einfach. Und zwar unmittelbar vor der Gewinnausschüttung. Am Anfang kostet eine Einheit nur einen Elektro, kann aber auf bis zu acht gegen Spielende ansteigen. Bei Bedarf können einzelne Maschinen vorüber stillgelegt und bis zu zwei Saisonarbeiter eingestellt werden.

Nach fünf Runden endet das Spiel mit einer doppelten Gewinnausschüttung. Es gewinnt der Spieler mit dem meisten Bargeld.

Text-Rezension

Diese Rezension zu 'Funkenschlag: Fabrikmanager' kommt von unserem Partner Ludoversum. Bald zeigen wir auch wieder an, welcher Autor sie verfasst hat.


Meinung

Der Trick dieses Optimierungsspiels liegt in der möglichst gleichmäßigen Erhöhung der Produktions- und Lagerkapazitäten. Vor allem in der ersten Runde besteht dabei die Gefahr, durch Fehlkalkulation ein plötzliches Minus zu machen, weshalb auch empfohlen wird im Einsteigerspiel auf eine Preiserhöhung in der ersten Runde zu verzichten. Normalerweise ist der Gewinnwachstum jedoch garantiert, da die Fabrikhallen Schritt für Schritt mit immer moderneren, leistungsfähigeren Modulen vollgestopft werden. Werden in der ersten Runde noch unter 30 Elektro erwirtschaftet (die in der Folgerunde i.d.R. komplett reinvestiert werden), sind 100 Elektro am Ende keine Seltenheit.

Viele Elemente lassen sich relativ genau berechnen -vor allem in der letzten Runde!- und offenbaren, dass Outputsteigerungen zunächst viel wichtiger sind als Energiesparmaßnahmen. Dies ändert sich jedoch spätestens wenn der Strompreis sechs oder mehr Elektro erreicht. Eventuell macht es dann sogar Sinn, alte Maschinen stillzulegen. Oder besser noch: Auszutauschen. 

Die größte Unwägbarkeit beim Fabrikmanager entsteht durch den eigenwilligen Kaufmechanismus. Denn wer erst als Letzter zum Zug kommt, erhält oft nicht mehr das, was er eigentlich erwerben wollte. Und unter strategischen Gesichtspunkten noch viel schlimmer: Es bleibt ohnehin nur noch minderwertige Ware übrig. Denn die modernsten und effizientesten Maschinen haben sich bereits die Mitspieler unter den Nagel gerissen. Da hilft häufig auch der Preisnachlass nichts mehr, weshalb es sich empfiehlt den letzten Platz in der Spielerreihenfolge nicht zu abonnieren.

Wer nun glaubt, viele Männchen in die Versteigerung investieren zu müssen, rennt damit möglicherweise ins nächste Messer. Denn jede Arbeitskraft wird dringend gebraucht, und Saisonarbeiter sind horrend teuer. (Deshalb sollten diese auch nur in Notfällen angestellt werden!) Und um Arbeitskräfte freizusetzen, muss zunächst in teure Automatisierungstechnik investiert werden, die wiederum vom Ausbau der Produktionskapazitäten abhält. Letzteres ist aber das A und O und sollte niemals vernachlässigt werden! Es bringt auch überhaupt nichts, fünf oder sechs Arbeiter zum Kauf oder für die Versteigerung zur Verfügung zu haben, denn erstens fehlt immer das nötige Kleingeld und zweitens müssen die Kapazitäten…. Ach ja, das hatten wir ja schon.

Spätestens jetzt sollte klar geworden sein, dass der Funkenschlag Fabrikmanager ein absolut kapitalistisches Spiel ist, bei dem die Stromkonzerne die Bösen sind. Trotz des trockenen Themas gibt das Spiel unglaublich viel her und kommt dem deutschen Streben nach Perfektionismus entgegen. Die Anleitung ist (im Gegensatz zu älteren Spielen von Friedemann Friese) vorbildlich gestaltet, leicht verständlich und beantwortet auch Fragen ohne lange danach suchen zu müssen. Etwas irritierend ist eigentlich nur der Titel. Funkenschlag Fabrikmanager. Wieso denn bitte Funkenschlag? Außer der Währung und dem Versteigerungsmechanismus gibt es praktisch keine Gemeinsamkeiten mit dem erfolgreichen Vorgänger – sollte da etwa der Marketinggedanke Triebfeder gewesen sein?

Fazit

Dem Fabrikmanager gelingt der Spagat zwischen komplexer Wirtschaftssimulation, eingängigem Spielmechanismus und ausgewogenen Elementen mit familientauglicher Spieldauer. Zwar handelt es sich dabei „nur“ um ein Optimierungsspiel, zudem noch ein sehr technisches, doch sind es gerade die perfekt miteinander verzahnten Stellschrauben und das Ringen um die besten Einkäufe, die seinen Reiz ausmachen. Wer auch in Rezessionszeiten gerne Wachstum erlebt oder wem Factory Fun zu hektisch ist, sollte daher unbedingt zugreifen.

spielbox-Rezension
Die spielbox ist das auflagenstärkste Gesellschaftsspiele-Magazin weltweit. Die Redaktion hat Funkenschlag: Fabrikmanager in Ausgabe 3/10 rezensiert und umgerechnet mit 3 von 5 Sternen bewertet.

Interessierte können diese und andere Ausgaben im spielbox-Shop bestellen.

Funkenschlag: Fabrikmanager Kommentare

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