TobagoFoto: Zoch Verlag, 2014

Tobago

Auf der Insel Tobago suchen die Spieler nach Gold. Hinweiskarten verraten, wo sich das befindet. Gehobene Schätze werden zwischen den beteiligten Spielern aufgeteilt. Doch Vorsicht: Manche Schätze sind verflucht.

Bewertung

Tobago Durchschnitt: 4.8 von 5 (5 Bewertungen)
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Auf einen Blick

Spieler: 2 - 4 Personen, besonders gut mit 3 Spielern
Alter: ab 10 Jahren
Dauer: 45 - 60 Minuten

Auszeichnungen:
Spiel des Jahres: Empfehlungsliste 2010
Deutscher Spielepreis 2010 (Rang: 4)

Spieltyp

Genre: Brettspiel, Sonstiges, Jeder gegen jeden
Thema: Fantasy, Landschaft, Abenteuer und Fantasie, Entdecker und Forscher

Spielgefühl

Einstieg:
schneller Start
ewige Erläuterungen
Komplexität:
super simpel
kolossal knifflig
Interaktion:
jeder für sich
alle zusammen
Zufall:
glattes Glück
pure Planung

Sonstige Informationen

Verlag:  Zoch Verlag
Autor: Allen, Bruce
Illustrator: Boden, Victor

Erscheinungsjahr: 2009
Sprache: Anleitung und Spielmaterial in Deutsch

Anleitung herunterladen

Tobago: Spielanleitung herunterladen (PDF-Dokument). Zum Betrachten benötigst Du den kostenlosen Acrobat Reader.

Video-Anleitung

Kurzanleitung

Diese Kurzanleitung zu 'Tobago' stammt von unserem Partner Ludoversum. Wir konzentrieren uns im Text auf wichtige Mechanismen des Spiels und ignorieren absichtlich Details und Sonderregeln.

Auf Tobago, der Insel der vergessenen Schätze, suchen die Spieler nach Gold. Um die Fundorte zu finden, werden Hinweiskarten ausgespielt. Gehobene Schätze werden zwar zwischen den beteiligten Spielern aufgeteilt, doch auf manchen Schätzen lastet der Inselfluch…

Auf der sechs verschiedene Geländetypen zeigenden Tobago-Karte werden drei Steinstatuen, drei Palmen und vier Eingeborenenhütten gesetzt. Reihum wird entweder ein Hinweis zu einem Schatz ausgespielt, oder mit dem eigenen Geländewagen über die Sechseckfelder des Spielplans gefahren.

Bei bis zu vier Schätzen können gleichzeitig Hinweise gesammelt werden. Durch das Ausspielen und Anlegen einer entsprechenden Hinweiskarte wird der mögliche Fundort eingeschränkt. Dies liest sich dann beispielsweise „benachbart zur größten Wiese“, „in Sichtweite einer Palme“ und „nicht neben einem Dorf“. Die ausgespielte Karte wird mit einem Windrosenchip des Spielers markiert.

Mit schwarzen, grauen, weißen und braunen Markierungssteinen können die verschiedenen Schatzpfade getrennt voneinander auf dem Spielplan markiert werden. Sobald ein Schatz eindeutig auf einem bestimmten Feld vorzufinden ist, kann dieser gehoben werden. Dazu muss mit dem Fahrzeug zum Fundort gefahren werden. Eine Fahrt besteht aus maximal drei Etappen und endet stets wenn ausgegraben werden soll. Eine Etappe kann sowohl die Bewegung auf ein benachbartes Feld eines anderen Geländetyps sein, als auch die beliebig weite Fortbewegung innerhalb des aktuellen Geländes.

Wer einen Schatz ausgräbt, platziert zunächst einen eigenen Windrosenmarker unterhalb des Schatzpfades. Danach darf sich jeder beteiligte Spieler so viele Goldkarten nehmen und anschauen, wie er dort Marker platziert hat. Zusammen mit einer weiteren, verdeckten Goldkarte werden diese anschließend gemischt und der Reihe nach den Spielern angeboten. Begonnen beim letzten Marker werden deren Besitzer gefragt, ob sie mit diesem Anteil für ihre Windrose einverstanden sind. Wer zustimmt, erhält die Goldkarte deren Wert zwischen 2 und 6 liegt.

Ab der dreizehnten Goldkarte kommen die beiden Flüche ins Spiel, die unter die Goldkarten gemischt wurden. Wird eine solche Karte aufgedeckt, verfallen alle verbleibenden Windrosenmarker. Deren Besitzer gehen nicht nur leer aus, sondern müssen auch noch eine zusätzliche Strafe bezahlen. Entweder geben sie ihre höchste gesammelte Goldkarte ab, oder ein Amulett. Amulette tauchen auf, nachdem Schätze gehoben wurden. Und zwar an den Uferfeldern, in deren Richtung die drei Statuen blicken. Danach drehen sich diese, sodass die neu auftauchenden Amulette überall an die Ufer der Insel gespült werden.

Doch Amulette können noch mehr. Sie dürfen während des Zuges grundsätzlich in beliebiger Menge verwendet werden, um Markierungssteine zu entfernen, weitere Hinweiskarten zu spielen, die Handkarten zu tauschen, eine zweite Windrose zu einer bereits liegenden eigenen legen, zwei Windrosenmarker eines Pfades vertauschen, oder gar eine Extrafahrt (über volle drei Etappen!) mit dem Geländewagen zu unternehmen. Bei einer solchen Bonusfahrt darf jedoch entgegen dem normalen Zug kein neues Amulett aufgenommen werden.

Reichen die Goldkarten nicht mehr aus um einen Schatz zu verteilen, werden sie vom Ablagestapel aufgefüllt. Danach ist sofort Schluss, der reichste Spieler gewinnt.

spielbox-Rezension

Die spielbox ist das auflagenstärkste Gesellschaftsspiele-Magazin weltweit. Die Redaktion hat Tobago in Ausgabe 6/09 rezensiert und umgerechnet mit 4 von 5 Sternen bewertet.

Interessierte können diese und andere Ausgaben im spielbox-Shop bestellen.

Blogbeiträge

SpieLama (Rezension)

Video-Rezension

Text-Rezension

Diese Rezension zu 'Tobago' kommt von unserem Partner Ludoversum. Bald zeigen wir auch wieder an, welcher Autor sie verfasst hat.

Tobago beinhaltet gleich mehrere Innovationen, die allesamt eine nähere Betrachtung verdienen. Da ist zunächst die Karte, die aus drei Teilstücken zusammengesetzt wird und unterschiedlich viele Sechseckfelder zeigt. Auf diese Weise lässt sich die Spieldauer hervorragend der Mitspielerzahl anpassen, oder auch für besonders kurze oder lange Partien sorgen. Doch noch genialer ist dabei, dass es bei jeder Konstellation genau eine größte Fläche jedes Geländetyps gibt. Die Hinweiskarten sind somit immer eindeutig.

Die zweite kreative Lösung ist der Verteilmechanismus der Schätze. Er verwendet ein Teilwissen der Spieler, das abhängig vom Einsatz dieser ist und gleichzeitig zum Zocken einlädt.
Doch auch das sonstige Material kann sich sehen lassen, allen voran die attraktiven Steinskulpturen, die ein wenig Osterinsel-Feeling aufkommen lassen. Nicht zu vergessen das Tiefziehteil, das sich perfekt um die Innereien der Box schmiegt.

Spieltechnisch betrachtet ist Tobago kein Schwergewicht, sondern eher in der familientauglichen Mittelklasse angesiedelt. Dies liegt im Wesentlichen darin begründet, dass alle zur Verfügung stehenden Aktionen leicht erkennbar gleichwertig sind. Der durchschnittliche Wert einer Goldkarte liegt bei 4, dies ist gleichzeitig der Erwartungswert für einen abgegebenen Hinweis und auch der Ertrag für ein eingesetztes Amulett. Im Detail ergeben sich geringfügige Unterschiede bei der Schatzaufteilung: Je später eine Windrose gelegt wurde, desto höher ist der Ertrag und desto geringer die Gefahr von einem Fluch getroffen zu werden. In Konsequenz bedeutet dies, dass Amulette besonders nützlich sind, da mit ihnen späte Doppelhinweise gelegt werden können. Eine andere Folgerung lautet, dass neue Hinweise nach Möglichkeit an der bereits längsten Hinweiskette angelegt werden, und keinesfalls zum Eröffnen einer neuen Schatzpfadfarbe. Wird mit weniger als vier Spielern gespielt, kommen daher nur selten alle vier Pfadfarben ins Spiel. (Nämlich dann, wenn die einzige sinnvolle Alternative in einem Austausch aller Karten auf Kosten eines Amuletts bestünde.)

Entscheidend sind jedoch vor allem die „Big Points“. Jede Hinweiskarte, die gegen Spielende noch an einem unfertigen Pfad herumliegt und verfällt, kostet praktisch 4 Siegpunkte. Ein besonders Risiko trägt, wer Amulette hortet und verpasst, diese rechtzeitig einzusetzen. Denn jedes Amulett ist etwa 4 Punkte wert. Besonders übel sind durch Flüche verfallene Karten, denn zusätzlich zum Schatzverlust muss ja eine Strafe gezahlt werden. Auf der anderen Seite sind auch Züge möglich, die den doppelten Ertrag eines normalen Zuges liefern: Durch das Einsammeln mehrerer Amulette oder eine Schatzausgrabung zusätzlich zum Einsammeln. Natürlich immer vorausgesetzt, die Mitspieler passen nicht auf und lassen dies zu.

Wer nun Angst vor Flüchen hat, hat diese zu Recht. Wann sie auftauchen, variiert von Spiel zu Spiel. Dies führt zu sehr unterschiedlichem Verhalten bei Schatzverteilungen und Amulettvorsorge. Letztere macht im Übrigen nur dann Sinn, wenn bereits 5er der 6er Goldkarten gesammelt werden konnten, denn mit einem Amulett sollte sich immer noch eine neue 4er besorgen lassen.

Fazit
Ein Wunderschönes Spielmaterial in einem stimmigen Gesamtkonzept mit einem überschaubaren Regelwerk, das weder zu komplex noch zu trivial ist –das ist Tobago. Da alle Aktionen ungefähr gleichwertig sind, fallen keine Spieler weit zurück und sind trotzdem immer mitten drin im Geschehen. Wartezeiten gibt es kaum, Innovationen dagegen reichlich. Da lässt es sich auch verschmerzen, dass der Spielablauf eigentlich immer gleich ist: Nach Möglichkeit Amulette sammeln, ansonsten Hinweise ausspielen und Schätze heben.

Ein Platz auf der kommenden Empfehlungsliste ist Tobago wohl sicher, das für uns das erste echte Highlight unter den Herbstneuheiten darstellt.

Tobago Bild 1 (zum Vergrößern aufs Bild klicken)
Foto: Zoch Verlag, 2014
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