WadiFoto: Ludoversum

Wadi

Das Leben für die Bauern in der Wüste ist hart, denn sie haben fast immer mit Wasserknappheit zu kämpfen. In Wadi versuchen die Spieler, durch den Bau von Schadufs (eine Art Wasserpumpe) soviel Wasser wie möglich aus einem Wüstenfluss zu pumpen, um somit Landfelder zu bewässern und eine gute Ernte einzufahren. Aber Achtung, der Fluss führt nur für kurze Zeit Wasser und ist außerdem schnell leer gepumpt.

Bewertung

Wadi Durchschnitt: 3.5 von 5 (2 Bewertungen)
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Auf einen Blick

Spieler:
2 - 4 Personen, besonders gut mit 3 Spielern
Dauer:
30 - 30 Minuten

Spieltyp

Thema:

Ludografische Angaben

Autor:
Erscheinungsjahr:
2007

Kurzanleitung

Diese Kurzanleitung zu 'Wadi' stammt von unserem Partner Ludoversum. Wir konzentrieren uns im Text auf wichtige Mechanismen des Spiels und ignorieren absichtlich Details und Sonderregeln.

Das Leben für die Bauern in der Wüste ist hart, denn sie haben fast immer mit Wasserknappheit zu kämpfen. In Wadi versuchen die Spieler, durch den Bau von Schadufs (eine Art Wasserpumpe) soviel Wasser wie möglich aus einem Wüstenfluss zu pumpen, um somit Landfelder zu bewässern und eine gute Ernte einzufahren. Aber Achtung, der Fluss führt nur für kurze Zeit Wasser und ist außerdem schnell leer gepumpt.

Die Spielfläche für Wadi ergibt sich durch das Auslegen von Wasser- und Landplättchen. Die einzelnen Landfelder haben unterschiedliche Farben und weisen entweder einen, zwei oder drei Wasserbehälter auf. Je fruchtbarer ein Feld, desto mehr Wasserbehälter sind darauf abgebildet. Für die erste Partie werden die Wasser- und Landplättchen so ausgelegt, wie in der Spielvorbereitung beschrieben. Auf die Ursprungsfelder des Wüstenflusses kommt jeweils die in der Regel angegebene Menge an Wasserscheiben. Außerdem erhält jeder Mitspieler die sieben Schadufs (Wasserpumpen) in seiner Farbe.

Eine Partie Wadi verläuft über mehrere Runden, wobei jede von diesen in drei Phasen eingeteilt ist. Pro Runde ist jeder Spieler im Uhrzeigersinn einmal an der Reihe und kann in seinem Zug entweder einen Schaduf bauen und danach einmal pumpen (auch umgekehrte Reihenfolge erlaubt) oder aber auch zwei Wasserscheiben umpumpen. Beim Bau von Schadufs muss darauf geachtet werden, dass diese nur auf komplett leeren Landkärtchen errichtet werden können. Falls ein Spieler pumpen will, kann er eine Wasserscheibe von einem Flusskärtchen auf ein Landkärtchen (ohne Wasserscheibe) verschieben oder eine Wasserscheibe von einem Landfeld auf ein anderes Landplättchen bewegen. Es können allerdings nur Wasserschreiben verschoben werden, die sich in Reichweite eines eigenen Schadufs befinden. Ein Fluss- oder Landfeld befindet sich nur dann in Reichweite einer Wasserpumpe, wenn dieses direkt waagrecht, senkrecht oder auch diagonal an die eigene Pumpe angrenzt. Auch das Landkärtchen auf dem der Schaduf selbst steht gilt natürlich als in Reichweite. Ein Landfeld, das zwar diagonal an eine Wasserpumpe angrenzt, jedoch auf der anderen Seite des Flusses liegt, gilt dagegen nicht als angrenzend.

Nachdem alle an der Reihe waren, fließen die Wasserscheiben, die sich noch im Wadi befinden, um ein Flussfeld weiter. Wasserscheiben, die auf dem letzten Wadifeld liegen, fließen weg und sind somit aus dem Spiel. Jetzt wechselt der Startspieler und die nächste Runde beginnt.

Sobald sich am Ende einer Runde keine Wasserscheibe mehr auf einem Flussfeld befindet, ist Wadi zu Ende. Jeder Spieler bekommt nun Punkte für jedes Landkärtchen mit einer Wasserscheibe darauf, das in Reichweite seiner Schadufs liegt. Ein Landfeld bringt seinem Besitzer dabei immer so viele Punkte ein, wie Wasserbehälter darauf abgebildet sind. Die Punktzahl wird für jeden Schaduf einzeln gezählt, was bedeutet, das Landkärtchen mit einer Wasserscheibe jedem Schaduf in Reichweite die vollen Punkte einbringen, egal wem die jeweilige Wasserpumpe gehört. Der Spieler mit den meisten Punkten hat am besten für Bewässerung gesorgt und gewinnt die Partie.

Text-Rezension

Diese Rezension zu 'Wadi' kommt von unserem Partner Ludoversum. Bald zeigen wir auch wieder an, welcher Autor sie verfasst hat.

Meinung

Was beim Auspacken von Wadi erstmal für eine kleine Überraschung sorgt, ist der Startspielertalisman. Dieser ist nämlich aus Glas, sieht wie ein echtes kleines Schmuckstück aus und ist extra in Luftpolster verpackt worden, damit dieser nicht zu Bruch gehen kann. Diese Talismane werden in Ägypten von Glasbläsern hergestellt und werden von Hand gefertigt, so dass jedem Wadi-Exemplar ein solches Unikat beiliegt. Da ein so tolles Startspielersymbol schon eher die Ausnahme ist, gibt es dafür schon mal ein Lob. Die Spielregeln sind leicht verständlich, mit aussagekräftigen bebilderten Beispielen versehen und enthalten zusätzlich zum Einsteigerspiel noch weitere Szenarien, was den Aufbau der Spielfläche betrifft. Da es auf der Internetseite des Autors bzw. des Spiels nicht nur die aktuellsten Regeln und nette Hintergrundinfos, sondern auch zusätzliche Szenarien und Varianten zu finden gibt, darf auch der Internetauftritt als Gesamtes als absolut vorbildlich angesehen werden.

Der variable Spielaufbau ist ohnehin ein großer Pluspunkt von Wadi, da somit unterschiedlich fordernde und vor allem auch abwechslungsreiche Partien erstellt werden können. Durch das Auslegen verschiedener Flussläufe, die Verwendung und Anordnung der einzelnen Landfelder bzw. –typen und der Anzahl der verwendeten Wasserscheiben, bietet das Spiel viele Stellschrauben, an denen gedreht werden kann. So lassen sich auf einfache Weise nicht nur der Schwierigkeitsgrad, sondern natürlich auch die taktischen Möglichkeiten für eine Partie schön anpassen. Außerdem steht einem Selbstentwurf von neuen Szenarien nichts im Wege, wenn die vorhandenen Beispiele alle durchgespielt wurden.

Wadi kann unabhängig von der Spielerzahl entweder friedlicher oder aggressiver gespielt werden, wobei meistens eine Mischform auftreten wird. Friedlich heißt in diesem Kontext, dass die Spieler brav nebeneinander ihre Schadufs errichten und Wasser pumpen, was das Zeug hält, sich aber gegenseitig keine oder nur wenige Wasserscheiben wegpumpen. Eine aggressivere Spielweise wird häufig bei schwierigeren Szenarien und auch mehr Mitspielern automatisch verlangt, da hier die fruchtbarsten Landfelder entweder weniger häufig ausgelegt wurden, oder aufgrund deren Anordnung anders taktiert werden muss. Gegen Ende einer Partie, wenn der Fluss fast leer ist, muss aber ohnehin jeder versuchen, möglichst noch Wasser vom Gegner weg und dafür auf Felder zu pumpen, die nur einem selbst Punkte einbringen. Wadi ist auch in einer Zweierkonstellation nicht schlecht, bei drei oder vier Spielern muss aber taktischer und planerischer gespielt werden, da die besten Landstücke sehr schnell verbaut sein werden und natürlich auch der Fluss viel schneller leer gepumpt sein wird. Vorausschauendes Spielen ist bei diesem Pumpwettstreit ohnehin sehr wichtig, da immer kalkuliert sein will, wo noch wie viel Wasser vorhanden sein könnte. Es bringt zum Beispiel nichts, erstmal möglichst viele gute Landfelder in Beschlag zu nehmen. Liegen diese nämlich zu weit weg vom Ursprungspunkt des Flusses, kann es gut sein, dass später gar kein Wasser mehr zur Verfügung steht, um diese Felder mit Wasserscheiben zu bepumpen. Aber selbst wenn die eigene Taktik mal nicht aufgeht, eine Partie ist im Nu vorbei, so dass einer Pump-Revanche nichts im Wege steht.

Wem Wadi trotz schwieriger Szenarien noch immer zu einfach ist, für den gibt es noch die so genannte Streuungsregel. Durch diesen Zusatz ist es den Spielern nicht mehr erlaubt, Schadufs direkt waagrecht oder senkrecht angrenzend an andere Schadufs zu errichten. Dies führt dazu, dass die besten Positionen für die Wasserpumpen noch schneller knapp werden und noch vorausschauender gespielt werden muss.

Fazit

Ein unverbrauchtes Thema gepaart mit variablem Spielfeldaufbau und angereichert mit taktischen Zugmöglichkeiten, das ist Wadi. Da etwas die Kommunikation fehlt und das Spiel erfahrenen Taktikern auf Dauer zu wenig abverlangen wird, reicht es nicht ganz für ein kritikloses „Daumen hoch“. Nichts desto trotz ist Wadi aber ein rundum solides Produkt, das vor allem von Familien- und Gelegenheitsspielern, die leichte Kost bevorzugen, durchaus in Betracht gezogen werden kann.

Wadi Bild 1 (zum Vergrößern aufs Bild klicken)
Foto: Ludoversum
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